Naturreligion
Zunächst gilt gilt es mit einem Missverständnis aufzuräumen. In unserem Verständnis wird in einer Naturreligion nicht die Natur selbst als Gottheit verehrt, sondern die Natur als beseelt erlebt. Die Natur als solche begreifen wir als unseren Ursprung und Ziel, Ihre Gesetze und Regeln bilden die Grundlage allen Lebens. Wir sind "nur" ein Teil des Ganzen - unser Sein und Schicksal folgt dem ganzen. Selbst unsere Götter sind diesen Gesetzmässigkeiten unterworfen und können diese auch nicht ohne weiteres für sich selbst ändern.
So konnten Frigga und Odin, obwohl sie es vorher sehen konnten, nicht verhindern das Ihr Sohn Balder letztlich durch Loki den Tod erleidete und ins Totenreich zu Hel ging. Dies ist ein prägnanter Unterschied zu monotheistischen Religionen, in denen der einzige Gott allmächtig ist und nicht ein Schicksal erleidet sondern dieses selbst für alles Lebendige bestimmt.
Die sogenannte "sekundäre Mythologie" nennt uns die Geister der Natur beim Namen. Elfen, Zwerge und Riesen sind für uns nicht nur Sinnbilder der Naturkräfte.
Auch unsere Ahnen sind in diesem Zusammenhang gegenwärtig und Ihre Verehrung macht uns unsere Wurzeln und Herkunft bewusst und geben uns Halt im Alltag.
Der zyklische Kreislauf der Natur - Leben und Sterben - ist auch unser persönliches unausweichliches Schicksal.