Häufige Fragen
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Ásatrú ist die Rekonstruktion des vorchristlichen, polytheistischen, indigenen Glaubens an die germanischen und skandinavischen Götter. Unsere Ahnen hatten dafür keinen Namen, aber wir leben in einer globaleren und multireligiösen Welt, deshalb gibt es verschiedene Bezeichnungen, die ähnliche (oder dieselben) heidnischen Glauben beschreiben z.B. Forn Sed, Alte Sitte, Ásatrú, germanisches Heidentum etc.
“Ásatrú” ist eine Wortschöpfung aus dem 20. Jahrhundert, gebildet mit Ása (von Asen und Wanen, dem Namen für unsere Götter) und Trú (für Vertrauen, Glauben).
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Die meisten Menschen in der Antike waren heidnisch: die alten Griechen und Römer, die alten Ägypter und Babylonier, die Germanen, Kelten, Slaven. Der polytheistische Hindu- und Shinto-Glaube sind heidnische Religionen, die in die heutige Zeit überlebt haben. Auch alle anderen indigenen Religionen, die der verschiedensten Afrikanischen Völkern, der amerikanischen Ureinwohnern, der australischen Aborigines.
Ásatrú ist ein neuzeitliche Interpretation der alten heidnischen Religionen und Bräuche - derjenige der germanischen, alemannischen und nordischen Völker.
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Zunächst gilt gilt es mit einem Missverständnis aufzuräumen. In unserem Verständnis wird in einer Naturreligion nicht die Natur selbst als Gottheit verehrt, sondern die Natur als beseelt erlebt. Die Natur als solche begreifen wir als unseren Ursprung und Ziel, Ihre Gesetze und Regeln bilden die Grundlage allen Lebens. Wir sind "nur" ein Teil des Ganzen - unser Sein und Schicksal folgt dem ganzen. Selbst unsere Götter sind diesen Gesetzmässigkeiten unterworfen und können diese auch nicht ohne weiteres für sich selbst ändern.
So konnten Frigga und Odin, obwohl sie es vorher sehen konnten, nicht verhindern das Ihr Sohn Balder letztlich durch Loki den Tod erleidete und ins Totenreich zu Hel ging. Dies ist ein prägnanter Unterschied zu monotheistischen Religionen, in denen der einzige Gott allmächtig ist und nicht ein Schicksal erleidet sondern dieses selbst für alles Lebendige bestimmt.
Die sogenannte "sekundäre Mythologie" nennt uns die Geister der Natur beim Namen. Elfen, Zwerge und Riesen sind für uns nicht nur Sinnbilder der Naturkräfte.
Auch unsere Ahnen sind in diesem Zusammenhang gegenwärtig und Ihre Verehrung macht uns unsere Wurzeln und Herkunft bewusst und geben uns Halt im Alltag.Der zyklische Kreislauf der Natur - Leben und Sterben - ist auch unser persönliches unausweichliches Schicksal.
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Das Heidentum hat kein religiöses Oberhaupt, kein Bekehrungsritual oder eine Art Taufe, also gibt es keine institutionelle Macht, die dich dazu ernennt. Ásatrúar bist du dann, wenn du dich als solcher identifizierst und die Götter und Ahnen ehrst.
Es gibt viele verschiedene heidnische Gemeinschaften, denen man sich anschliessen kann. Und es gibt vermutlich noch viel mehr “Solo-Heiden”, welche ihren Glauben für sich selber in privatem Rahmen leben. Hier geht es nicht um richtig oder falsch, sondern eher um persönliche Entscheidung den Göttern und Ahnen Ehre zu erweisen.
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Da wir glücklicherweise keine “Bibel” oder ein vereintes religiöses Dogma haben, unterscheiden sich Ansichten, Interpretationen und Praktiken manchmal von Person zu Person. So erkunden und erschaffen wir gemeinsam ein Verständnis was war und heute in unsere Zeit passt um den Göttern, den Wesen und unserer Umwelt Sorge zu tragen.
Es gibt einige Glaubensgrundsätze, welche die meisten Ásatrúar teilen:
Ásatrú ist eine lebensbejahende Religion. Sie schätzt alles, was das Leben erhält, fördert und bereichert. Das Leben ist nicht “nur” Vorbereitung für ein späteres Jenseits, sondern wertvoll und Zweck an sich.
Die Asen und Wanen (germanische Götter) sind real und verdienen es, verehrt zu werden. Wir bitten sie um Unterstützung und Segen und die Götter hören es.
Die Welt um uns herum ist beseelt. Flora und Fauna, sichtbare und unsichtbare Wesen - wir sind Teil einer lebendigen Welt, die wir schätzen, nützen und schützen.
Unsere Ahnen leiten und helfen uns. Wir ehren sie und sind dankbar für ihre Hilfe, sowie die Wege, welche sie vor uns beschritten haben und uns unseren Weg erst möglich machten.
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Es gibt bei uns keine ungebrochene Tradition von der Antike bis heute (wie dies z.B. beim Hinduismus oder Shinto der Fall ist). So haben wir Informationen über den Glauben wie dieser vor der Christianisierung gelebt wurde, aber keine Tradition, die mit dem Fortschreiten in die Moderne weitergetragen wurde und gewachsen ist.
Wir versuchen aber nicht, den Glauben, wie er vor über 1000 Jahren praktiziert wurde, unverändert zu kopieren. Das wäre kein lebendiger Glaube sondern Reenactment bzw. Schauspiel. Wir leben im 21. Jahrhundert und verstehen uns als moderne, aufgeklärte Menschen.
Religionen und religiöse Praxis verändern sich im Laufe der Zeit, so ist z.B. auch der christliche Glaube heute nicht mehr mit dem zu vergleichen, wie er im Jahr 1000 gelebt und gepredigt wurde. Unsere Aufgabe ist es, auch unseren Glauben in die heutige Zeit zu übertragen. Dabei sind die alten Quellen für uns von unschätzbarem Wert. Die Götter, mythologischen Lehren und Gesetze der Natur bleiben dieselben - wie wir diesen Glauben umsetzen bleibt ein lebendiger Prozess.
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“Germanen” ist ein Überbegriff verschiedener historischer Stämme und Nationen, welche sich in Mittel- und Nordeuropa ausgebreitet hatten. Sie haben einen gemeinsamen Ursprung und teilten (und teilen) sich manche kulturellen Eigenheiten und sprechen eine germanische Sprache. In der heutigen Zeit sind dies die Deutschen, Holländer, Dänen, Flamen, Schweden, Norweger, Isländer, aber auch die angelsächsischen Engländer, Teile von Schottland oder eben auch der Schweiz.
Alle diese historischen Stämme und Völker wie Lombarden, Franken, Burgunder, Vandalen etc., teilten auch den Glauben an die germanischen Götter und dienen uns heute als historische Quellen.
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Kontaktiere uns und komm zu unserem Stammtisch. Grundsätzlich ist jeder willkommen, der sich für das Heidentum interessiert und sich von nicht von extremen Haltungen leiten lässt, egal ob sich derjenige selber als Heide versteht oder eher noch als Suchender und Interessierter. Melde dich dazu einfach bei uns!
Um bei uns als Mitglied dabei zu sein, solltest du dich lediglich selbst als Ásatrúar verstehen, also die Götter ehren, und den Glauben leben. Natürlich solltest du auch zu uns passen. Das zeigt sich normalerweise gut bei einem Bier (oder Kräutertee) und ein paar guten Gesprächen am Stammtisch.
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Es gibt bei Ásatrú keine religiöse Hierarchie. Es gibt Einzelpersonen, Gruppen und Vereine, die jeweils für ihre Interpretation des Glaubens und seiner Praxis stehen. Deshalb ist Ásatrú (und das “Neu-Heidentum” generell) eine heterogene Gemeinschaft mit allerlei unterschiedlichen Ausprägungen. Möchte man einer Gruppe beitreten, lohnt es sich also, sich mit der spezifischen Gruppe zuerst auseinander zu setzen und diese kennen zu lernen.
Ásatrú Gruppen und Vereine gibt es in verschiedenen Ländern wie z.B. Deutschland, Schweden, USA, Niederlande, Frankreich und vielen weiteren.
Seit kurzem gibt es nach das Asatru Europe Network AEN, sieh bei unseren Links nach.
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Für die meisten heidnischen Religionen sind Opfergaben von grosser Bedeutung. Historisch wurden manchmal Farmtiere geopfert, manchmal Trankopfer, manchmal andere bäuerliche Gaben wie Getreide, Früchte etc.
Als moderne Heiden verstehen wir, dass die Götter nicht physisch unsere Gaben benötigen. Es geht darum, etwas von Wert zu opfern, als Geschenk an die Götter, als Hingabe zu ihnen.
Deshalb ist es nicht notwendig (und nicht üblich) z.B. Tiere zu opfern. Unsere Gaben beinhalten Dinge wie Met und andere alkoholische Getränke, oft saisonale oder ganzjährige Lebensmittel, Quellwasser, Blumen, Brot, Gegenstände von persönlichem Wert etc.
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Auf jeden Fall! Es gibt kein Mythologie-Quiz, auch nicht, wenn du öfters vorbeischaust. 😄
Wissen ist sicher hilfreich, was zählt ist gelebter Glaube. Wir geben auch gerne Tipps und Hilfestellung für Neulinge.